Trauer um Vorstand Robert Pfefferle

Die Nachricht vom Tod Robert Pfefferles, der am 28. März im Alter von 55 Jahren gestorben ist, traf Angehörige, Freunde und musikalische Weggefährten völlig unvermittelt.

Weit über Eichstätt und seinen Heimatort Workerszell hinaus war er in unzähligen Bereichen beruflich, in Vereinen und musikalisch aktiv und gestaltete und bereicherte das öffentliche Leben derart umfangreich mit, dass es hier nur beim Versuch bleiben kann, all seine Verdienste um das Gemeinwohl zu würdigen.

Seine musikalische Karriere begann früh. Schon während seiner Schulzeit an der Knabenrealschule Rebdorf entwickelte er sich mit Fleiß und Musikalität zu einem hervorragenden Trompeter. Als jüngstes Mitglied stieß er 1979 zu den „Bavaria Buam“ und blieb diesen über 20 Jahre als Stimmführer und maßgeblicher Bühnentechniker treu.

Auch die Gopperer werden Robert Pfefferle vermissen. Dem für seine kulturelle Arbeit bekannten Verein diente er seit 1996 unter anderem als Zweiter Vorsitzender, Beisitzer und – wo immer er gebraucht wurde – als zupackender Helfer. Ob bei Festen oder Kabarettabenden, beim jährlichen Adventssingen oder bei kirchlichen Feiern: Robert Pfefferle war immer mit einem Bläserensemble oder einer Blasmusikformation zur Stelle und sorgte für den passenden Rahmen.

In seiner Heimat war er jedoch nicht nur musikalisch aktiv. Sowohl in der Jugend als Fußballer als auch 32 Jahre als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr – er stand nicht nur auf Mitgliederlisten, sondern brachte sich immer ein, wie bis zuletzt im Festausschuss der FFW bei den Vorbereitungen zum 150-jährigen Gründungsfest 2021. Seine Sache war es nicht, „nur“ mitzuwirken, er übernahm, wo er auch war, Verantwortung. Selbst an seinem Arbeitsplatz, der Katholischen Universität Eichstätt, war die Arbeit für ihn nach der Dienstzeit nicht getan. Er identifizierte sich mit seinem Arbeitgeber und engagierte sich in seiner Freizeit im Universitätsorchester, der KU-Big-Band und war darüber hinaus dem ganzen Fachbereich Musik unterstützend verbunden. Robert Pfefferle war eben nicht nur in der Verwaltung, er war im steten persönlichen Kontakt mit Lehrenden und Lernenden.

Eine besonders große Lücke hinterlässt Robert Pfefferle beim Verein der Ehemaligen Rebdorfer Bläser. Das 25-jährige Jubiläum des damals von Josef Rubenberger geleiteten Kreises von ehemaligen musizierenden Schülern der Knabenrealschule Rebdorf nahm man 2002 zu Anlass, einen Verein zur Pflege der Bläsermusik und der damit verbundenen Traditionen zu gründen. Gründungsvorsitzender und erster Vorstand bis zu seinem Tod war Robert Pfefferle. Er organisierte nicht nur die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen wie das Adventsblasen am Marktplatz, die Rebdorfer Serenade, das Benediktusfest in der Abtei Weltenburg oder das weit über die musikalischen Aktivitäten hinausgehende Vereinsleben; die Gemeinschaft mit Musizierenden anderer Gruppen, neue musikalische Impulse und die stete Weiterentwicklung des Vereins und seiner Mitglieder waren ihm ebenso wichtig. Im zweijährigen Turnus lud er deshalb das professionelle Südtiroler Ensemble „Bozen Brass“ zu Workshops und Konzerten ein.

In enger Verbindung mit den Rebdorfer Bläsern steht auch das Eichstätter Turmblasen. Unzählige Ensembles der Region koordinierte Robert Pfefferle und sorgte dafür, dass die annähernd dreißigjährige Tradition des samstäglichen Spiels vom Rathausturm der Domstadt fortgeführt wurde.

Sein jüngstes Engagement galt dem Volksmusiktag Mittendrin. Seit Gründung des Kulturvereins Mittendrin im Jahr 2012 war er im Vorstand als Zweiter Schatzmeister tätig. Weit über die Tätigkeiten eines Kassiers hinaus war er für den Verein nicht nur kompetenter Ansprechpartner in finanziellen und organisatorischen Dingen, sondern stets tatkräftig zu Auf- und Abbauarbeiten sowie als Musikant bei jedem Volksmusiktag buchstäblich „mittendrin“ dabei. Noch im März hatte er erste Gruppen für Mittendrin 2021 engagiert.

Ein besonderes Herzensanliegen war ihm immer die Kirchenmusik. Er unterstützte als Instrumentalist viele Kirchenchöre oder -orchester – von der kleinsten Landpfarrei bis hin zur Eichstätter Dommusik -, wenn er gebraucht wurde.

Auch wenn sein Instrument, die Trompete, zu den immer hörbaren, eher lauten gehört, war Robert Pfefferle ein Mann der leisen Töne, einer, der zuhören konnte und oft, von vielen unbemerkt, Lösungen fand und half, ohne sich selbst je in den Vordergrund zu drängen.

Bei aller Trauer in Vereinen und am Arbeitsplatz – am schmerzlichsten trifft der Verlust die Familie, insbesondere seine Kinder Simon und Katharina, die nach dem Tod der Mutter und Ehefrau Roberts vor fünf Jahren nun den plötzlichen Tod des verantwortungsvoll sorgenden Vaters verkraften müssen. Ihnen gelten das besondere Mitgefühl, die Unterstützung und die Gebete aller Freunde.

Allen mit Robert Pfefferle verbundenen Menschen, die ihn wegen der derzeitigen Beschränkungen auf seinem letzten irdischen Weg nicht begleiten konnten, wird bei einem Gedenkgottesdienst mit anschließender Gelegenheit zur Begegnung in Rebdorf die Möglichkeit des Abschiednehmens gegeben werden.

Wolfgang Mühldorfer